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Der Green Deal ist „die Mondlandung“ der EU

Hier sind die Gründe, warum wir Wärmepumpen brauchen, um dieses Ziel zu verwirklichen.

Die Dekarbonisierung des Gebäudesektors wird einer der Schlüssel sein, um Europa bis zum Jahr 2050 in einen klimaneutralen Kontinent zu transformieren und um eine klimaneutrale Wirtschaft umsetzen zu können. Daikin begrüßt den europäischen Green Deal und unterstreicht, dass Wärmepumpen dabei eine wesentliche Rolle spielen werden, Europa klimaneutral zu gestalten und die Dekarbonisierung mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum zu verbinden.

Europa hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 der erste klimaneutrale Kontinent der Welt zu werden. Daher möchte die EU-Kommission die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 % reduzieren. Wir von Daikin unterstützen diesen Weg und haben in unserer Environmental Vision 2050 ebenfalls angekündigt, bis 2050 weltweit ein CO2-neutrales Unternehmen zu werden.1

 

Der Investitionsplan für den europäischen Green Deal2 sieht Investitionen der Europäischen Union, der nationalen Regierungen und des privaten Sektors in Höhe von (mindestens) einer Billion Euro vor, um die EU klimaneutral zu machen.3 Angesichts der COVID-19-Pandemie und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise steht der Investitionsplan für den Green Deal auch im Mittelpunkt der „Next Generation EU“, dem EU-Plan für die wirtschaftliche Erholung nach COVID-19 mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro.

Die Dekarbonisierung Europas und die Erholung von der COVID-19-Pandemie sind enorme Herausforderungen. Als die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen den Green Deal vorstellte, nannte sie ihn sogar das “Man on the Moon“ Projekt für Europa. Bei der Umsetzung des Green Deals freuen wir uns darauf, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten CO2-arme Technologien wie Wärmepumpen fördern wird, und gleichzeitig für eine faire Energiepreisgestaltung zu sorgen, die den CO2-Anteil der Energieträger berücksichtigt sowie Anreize für das Heizen mit fossilen Brennstoffen unterbindet.

 

Gründe für Wärmepumpen

In der Europäischen Union entfallen heute etwa 36 % aller CO2-Emissionen auf den Gebäudebestand. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass fast 50 % des Endenergieverbrauchs in der Union für Heizung und Kühlung aufgewendet werden, davon 80 % in Gebäuden4, ist das Potential für eine Dekarbonisierung dieses Sektors gewaltig.·         Wärmepumpen sind dabei eine Lösung, die sich bereits millionenfach bewährt hat. Europa verfügt über die Technologie, das Fachwissen und die Investitionen, den Einsatzbereich weiter auszubauen. Egal, ob Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser, Renovierungsobjekte oder Neubauten, kleine oder große Gewerbegebäude und Industrieanlagen – Wärmepumpen sind heute bereit und fit für den europäischen Green Deal.

  • Die Wärmepumpe ist eine Heiztechnologie, mit der heute schon eine beträchtliche CO2-Einsparung realisiert werden kann. Für jede kWh benötigte Wärme beträgt der CO2-Ausstoß einer modernen Wärmepumpe im EU Mittel etwa die Hälfte eines hocheffizienten Gas-Brennwertkessels für Deutschland, mit zukünftig einer noch geringeren Kohlenstoffbilanz dank der weiteren Dekarbonisierung der Stromerzeugung in der EU.5
  • Wärmepumpen nutzen erneuerbare Energien und gewinnen ihre Wärmeenergie aus der Luft, dem Wasser oder dem Boden. Diese erneuerbaren Energiequellen sind in Europa reichlich vorhanden; sie müssen also nicht importiert werden.
  • Wärmepumpen werden zunehmend erneuerbaren Strom nutzen und sind auf dem Weg zu einer vollständig klimaneutralen Lösung. Beispielsweise wird der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen in der EU bis zum Jahr 2030 mit etwa 65 % oder mehr mindestens doppelt so hoch sein wie der heutige Anteil von 32 % erneuerbarer Elektrizität.6 Darüber hinaus lassen sich Wärmepumpen bereits heute vollständig CO2-neutral mit Hilfe von Ökostrom betreiben.
  • Wärmepumpen sind unerlässlich, um den Ausgleich des Stromnetzes zu ermöglichen und damit den weiteren Ausbau einer erneuerbaren Energieerzeugung zu unterstützen, indem sie beispielsweise als thermischer Speicher zum flexiblen Ausgleich von Energieangebot und -nachfrage dienen.

Investitionen in Wärmepumpen fördern ebenso das Wirtschaftswachstum in der EU, da diese Produkte in Europa in großem Umfang entwickelt und gefertigt werden. Daikin hat beispielsweise ein europäisches F&E-Zentrum sowie fünf Fertigungswerke in Europa, die sich mit der Wärmepumpentechnologie beschäftigen.

Jeder Euro, der in die Wärmepumpentechnologie investiert wird, ist ein Euro, der in die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort investiert wird. In Europa sind in der Wärmepumpenbranche derzeit insgesamt 225.000 Menschen beschäftigt.7 Neue und weitere Investitionen in erneuerbare Heizsysteme werden sich sowohl für die europäische Wirtschaft als auch für unsere Umwelt auszahlen.

 

Schwedische Erfolgsgeschichte

Schweden startete in den 1980er Jahren eine ehrgeizige Politik, um fossil befeuerte Kessel durch moderne Wärmepumpen zu ersetzen. Heute sind Wärmepumpen der Standard für Heizsysteme in schwedischen Häusern. Dieser Vorstoß, Wärmepumpen zur Standardtechnologie für Wohnraumheizungen zu machen, trug dazu bei, die Emissionen aller Treibhausgase zwischen 1990 und 2018 um 33,7 % zu reduzieren.8

Andere europäische Länder beginnen nun, diesem Beispiel zu folgen. Kürzlich haben Länder wie Frankreich, Deutschland, Italien und die Niederlande ähnliche Programme zur Förderung von Wärmepumpen und zum Austausch von veralteten Kesseln eingeführt.

 

Schluss mit kohlenstoffbasierten Anreizen

Nach der europäischen Green-Deal-Initiative können die politischen Entscheidungsträger in den EU-Mitgliedsstaaten auf zwei Ebenen handeln, um eine Dekarbonisierung zu erreichen:

Erstens könnten sich die EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, die Nutzung fossiler Brennstoffe zu beenden. Die umweltschädlichsten Heizsysteme müssen dann schrittweise abgeschafft werden. In Österreich dürfen seit Januar 2020 in neuen Häusern keine Öl-Brennwertkessel mehr installiert werden. Dies ist eine ausgezeichnete Initiative. Politische Entscheidungsträger könnten Anreize für fossile Brennstoffe unterbinden. Sogar heute noch kommen direkte oder indirekte Anreize öl- oder gasbasierten Brennwertkesseln zugute, da Wärmepumpen beispielsweise anders besteuert werden als Brennwertkessel.

Zweitens brauchen auch erneuerbare Technologien gleiche Wettbewerbsbedingungen. Die Kluft zwischen Strom- und Gaspreisen ist in vielen Mitgliedstaaten immer noch zu groß, und macht die Wärmepumpe dadurch wirtschaftlich weniger attraktiv für EU-Bürger.9 Anreize können diese Lücke für einen bestimmten Zeitraum überbrücken, aber langfristig müssen sich die CO2-Emissionen der einzelnen Energieträger stärker in den Energiekosten widerspiegeln. Die Preisgestaltung unter Berücksichtigung der CO2-Emissionen kann zu einer weiteren Emissionsreduzierung beitragen, wenn das EU-Emissionshandelssystem (ETS) auf alle Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe in Gebäuden ausgeweitet und die Richtlinie zur Energiebesteuerung entsprechend überarbeitet werden.10 In Deutschland wurden durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz die Weichen in diese Richtung bereits gestellt.

 

Anreize für Verbraucher

Verbrauchern, die ihre auf fossile Brennstoffe basierenden Systeme austauschen möchten, muss ein Anreiz geboten werden, sich genauer mit Wärmepumpen zu beschäftigen. Die Branche entwickelt sich unermüdlich weiter, um Wärmepumpen durch eine Mischung aus Produktmerkmalen, Preisgestaltung, Design sowie Installateur- und Endverbraucherfreundlichkeit attraktiv zu gestalten.11 Die Branche kann dabei weitere Anstrengungen unternehmen, um über die Vorteile von Wärmepumpen aufzuklären, damit die Endnutzer sich ihrer bewusster werden.

Regierungen können die Aufmerksamkeit der Verbraucher durch Anreize für Wohnraumrenovierungen auf Wärmepumpen lenken. Aber auch andere Mittel könnten die Entscheidung für Wärmepumpen vorteilhaft beeinflussen. Dazu gehört auch die Berücksichtigung der Nutzung erneuerbarer Energien in der Gesamtenergiebilanz des Gebäudes. Dadurch würde ein starkes Signal ausgesendet und die Verbraucher eingeladen, sich ihre Gesamtbetriebskosten detailliert zu berechnen und ökologische Vorteile zu nutzen.12 An diesem Punkt werden die Vorteile von Wärmepumpen für die Verbraucher offensichtlich.

 

Zugänglich für alle Europäer

Kurzfristig können staatliche Anreize dazu beitragen, den Übergang zu einer CO2-neutralen Heizung zu beschleunigen und Wärmepumpen für alle Europäer zugänglich zu machen. Längerfristig jedoch müssen genaue Energiepreise und eine korrekte Angabe der Energie- und CO2-Emissionen eines Gebäudes die Motivation der Endnutzer sein, in die Wärmepumpentechnologie zu investieren.

Die Beispiele aus Schweden und anderen europäischen Ländern zeigen uns, dass diese Strategie funktioniert. Beispielsweise haben Frankreich und Deutschland umfangreiche Austauschprogramme für Öl-Brennwertkessel aufgestellt. Darüber hinaus hat Italien einen „Superbonus“ zur Förderung von Wärmepumpen dank eines Kredits mit Vollfinanzierung mit 110 % eingeführt.

Daikin wird sich zusammen mit anderen führenden Unternehmen der Wärmepumpenbranche der Herausforderung stellen, die Endverbraucher über Wärmepumpen und ihre Vorteile umfassend aufzuklären. Außerdem arbeiten wir täglich daran, ein gut ausgebildetes Netzwerk an Installateuren zur Verfügung zu haben, um eine fachgerechte Planung, Installation und eine sorgenfreie Nachbetreuung für den Verbraucher zu gewährleisten.

 

Wie geht es weiter?

Daikin hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 ein CO2-neutrales Unternehmen auf globaler Ebene zu werden. Wir sind davon überzeugt, dass alle Beteiligten – politische Entscheidungsträger, Branchenführer und Verbraucher – das gleiche Ziel haben, nämlich den Grundstein für eine CO2-neutrale Zukunft zu legen. Gemeinsam können wir den Heizungssektor in Europa dekarbonisieren und das kühne Ziel des Green Deals erreichen. Wir müssen jetzt handeln.

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1 Daikin – Verantwortung für die Umwelt: https://www.daikin.eu/en_us/about/environmental-responsibility.html

2 Europäische Kommission, Fragen und Antworten, abgerufen am 14. September 2020: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/qanda_20_24

3 Europäisches Parlament, „Klimaschutz: Europas Eine-Billion-Euro-Plan“, abgerufen am 6. August 2020: https://www.europarl.europa.eu/news/en/headlines/society/20200109STO69927/europe-s-one-trillion-climate-finance-plan

4 Eine EU-Strategie für die Wärme-und Kälteerzeugung, abgerufen am 17. September 2020: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52016DC0051&from=EN und die dazugehörigen Arbeitsdokumente, abgerufen am 17. September 2020: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52016SC0024&from=EN

5 VHK Review-Studie zum Ökodesign und Energiekennzeichnung von Raum- und Kombinationsheizungen, Aufgabe 5, Bild 7, abgerufen am 17. September 2020: https://ecoboiler-review.eu/Boilers2017-2019/downloads/Boilers%20Task%205%20final%20report%20July%202019.pdf

6 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie den Europäischen Ausschuss der Regionen, abgerufen am 17. September 2020: https://ec.europa.eu/clima/sites/clima/files/eu-climate-action/docs/com_2030_ctp_en.pdf

7 Europäische Kommission, „Wettbewerbsfähigkeit der Wärme- und Kälteindustrie und des Dienstleistungssektors“, abgerufen am 28. Juni 2019: https://www.euneighbours.eu/sites/default/files/publications/2019-08/20190822%20MJ0319513ENN.en_.pdf

8 Internationale Energieagentur, Länderprofil Schweden, abgerufen am 14. September 2020: https://www.iea.org/countries/sweden

9 Eurostat, „Strompreisstatistik: Erläuterung der Statistik“, abgerufen am 17. September 2020: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/pdfscache/45239.pdf

10 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie den Europäischen Ausschuss der Regionen, abgerufen am 17. September 2020: https://ec.europa.eu/clima/sites/clima/files/eu-climate-action/docs/com_2030_ctp_en.pdf    

11 Siehe Daikin Altherma 3 H HT: https://www.daikin.eu/en_us/product-group/air-to-water-heat-pump-high-temperature/daikin-altherma-3h-ht.html

12 Daikin bietet Installateuren und Verbrauchern beispielsweise ein Tool zur Auswahl der Produktlösung, mit dem Namen Stand By Me“: https://standbyme.daikin.eu/

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