So finden Sie die für Ihr Zuhause am besten geeignete Wärmepumpe
Ein praktischer Leitfaden zu den verschiedenen Typen von Wärmepumpen und zu den entscheidenden Faktoren zum Ermitteln des für eine konkrete Wohnimmobilie am besten geeigneten Systems
Für die meisten Wohnungen in Europa sind luftgespeiste Wärmepumpen die beste Wahl. Diese Geräte sind überall verfügbar, problemlos installierbar und funktionieren selbst bei Außentemperaturen von -28 °C. Erdwärmegespeiste Systeme sind energiesparsamer, beanspruchen jedoch eine recht große Fläche im Außenbereich und sind teurer in der Investition. Gewässergespeiste Systeme weisen ähnliche Effizienzwerte auf, jedoch muss Zugang zu einem See, einem Fluss oder einem Grundwasserleiter bestehen. Welcher Typ am besten geeignet ist, hängt von der Immobilie, dem Budget und der vorgesehenen Verringerung der Nutzung fossiler Brennstoffe ab. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie die einzelnen Systeme funktionieren, welche Energieeffizienzwerte Sie erwarten können und wie Sie den für Ihr Zuhause am besten geeigneten Typ von Wärmepumpe auswählen.
Was ist eine Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine Wärmepumpe ist eine sogenannte Kältemaschine, die unter Verbrauch von Elektroenergie Wärmeenergie von einem Ort an einen anderen transportiert. Die Funktionsweise entspricht der eines in umgekehrter Richtung betriebenen Kühlschranks. Anstatt Wärmeenergie durch Verbrennen von Brennstoffen zu erzeugen, entzieht eine Wärmepumpe einer externen Quelle Wärmeenergie und transportiert diese Wärmeenergie in das Gebäude. Eine solche Quelle kann die Luft, das Erdreich oder ein Gewässer sein. Anhand dieses aus Verdampfung, Verdichtung, Verflüssigung und Expansion bestehenden Kreisprozesses kann eine sachgerecht ausgelegte Wärmepumpe zu jeder Einheit an verbrauchter Elektroenergie bis zu vier Einheiten an Wärmeenergie bereitstellen.
In den vergangenen Jahren hat sich in Europa die Anzahl der Installationen von Wärmepumpen im Wohnbereich enorm vervielfacht. Ende 2023 waren EU-weit mehr als 21 Millionen Wärmepumpen installiert.
Grundkenntnisse über die Funktionsweise einer Wärmepumpe erleichtern die Beurteilung der verschiedenen Typen an Systemen, ohne sich in technischen Einzelheiten zu verlieren. Eine ausführliche Erläuterung des Prozesses finden Sie in unserem Leitfaden Wie funktioniert eine Wärmepumpe?.
Die grundsätzlichen Typen von Wärmepumpen und ihre Funktionsweise
Energieeffizienz und Eignung einer Wärmepumpe sind im Wesentlichen durch ihre Wärmequelle vorgegeben. Luft, Erdreich und Gewässer weisen jeweils unterschiedliche Grade an Temperaturstabilität und unterschiedliches Betriebsverhalten in den verschiedenen Jahreszeiten auf. Anhand dieser Unterschiede lassen sich die Wärmepumpensysteme unserer Tage in drei Hauptkategorien einordnen.
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Typ |
Wärmequelle |
Typischer SCOP-Wert |
Am besten geeignet für |
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Luftgespeist |
Außenluft |
3,0–4,5 |
Die meisten Typen von Immobilien, sowohl für Neubauten als auch für Modernisierungsvorhaben |
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Erdwärmegespeist |
Erdreich
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4,0–5,0+ |
Neubauten und Wohnimmobilien mit ausreichend Fläche im Freien für Erdwärmetauscher und Bohrlöcher in das Erdreich |
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Wassergespeist |
Oberflächengewässer oder Grundwasser |
4,0–5,0+ |
Wohnimmobilien mit Zugang zu einem geeignetem Gewässer |
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Hybrid-Wärmepumpe |
Außenluft (im Modus „Wärmepumpe“) |
3,0–3,5 (im Modus „Wärmepumpe“) |
Ältere Bestandsgebäude, schrittweise Umstellung weg vom Heizen mit fossilen Brennstoffen |
Luftgespeiste Wärmepumpen
Luftgespeiste Wärmepumpen entziehen der Außenluft Wärmeenergie. Diese Wärmepumpen sind auch im Winter wirkungsvoll. Moderne Modelle sind selbst bei Betrieb bei −28 °C noch energiesparsam. Dieser Typ ist heute der in Häusern in Europa am meisten installierte Typ. Das hat einen guten Grund: Diese Geräte sind vielseitig nutzbar, recht einfach zu installieren und für eine breite Palette an Gebäudetypen geeignet.
Luftgespeiste Wärmepumpen können sowohl Raumheizen als auch Warmwasserbereitung leisten. Daher sind diese Systeme eine für viele Haushalte praktische Rundumlösung. Diese Systeme transportieren Wärmeenergie, anstatt Wärmeenergie zu erzeugen, und verursachen daher um bis zu 50 % niedrigere Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Elektroheizsystemen. Die tatsächlich erzielbaren Einsparungen sind von der Wärmedämmung Ihres Zuhauses, von der Wärmeverteilung und von den Stromtarifen vor Ort abhängig. Das Betriebsverhalten dieser Systeme ist jahreszeitabhängig. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen lässt die Energieeffizienz nach. Das sollten Sie berücksichtigen, insbesondere, wenn Sie in einer Region mit eher kaltem Klima leben.
Varianten von luftgespeisten Systemen
Luftgespeiste Wärmepumpen gibt es in verschiedenen Varianten. Jede dieser Varianten ist für einen bestimmten Bedarf an Raumheizen geeignet:
- Luft-Luft-Systeme: blasen anhand von Innengeräten erwärmte Luft direkt in die Räume. Ideal für kleinere Räume und für Gebäude ohne eines auf Wasser basierenden Heizsystems. Diese Systeme können kein Warmwasser bereiten.
- Niedertemperatur Luft-Wasser-Systeme: zirkulieren Warmwasser durch Heizkörper und Fußbodenheizungen. Diese Systeme erreichen höhere Wirkungsgrade als Hochtemperatursysteme. Typische SCOP-Werte (Saisonale Arbeitszahl im Heizbetrieb) liegen zwischen 3,0 und 3,5. Niedertemperatur Luft-Wasser-Systeme sind in Kombination mit großen Heizwärmetauschern am wirkungsvollsten.
- Luft-Wasser-Systeme für mittlere Vorlauftemperaturen: bieten einen praktischen Mittelweg, geeignet für mit sachgerecht bemessenen Standard-Heizkörpern ausgestattete Wohnungen.
- Hochtemperatur Luft-Wasser-Wärmepumpen: erreichen Vorlaufwassertemperaturen von bis zu 75 °C und sind daher mit bereits vorhandenen herkömmlichen Heizkörpersystemen kompatibel. Diese Systeme sind insbesondere für Modernisierungsvorhaben hervorragend geeignet. Derartige Systeme weisen eine etwas niedrigere Energieeffizienz als NT-Systeme auf. Dafür entfällt jedoch ein aufwendiges Umrüsten der Heizwärmetauscher.
Luftgespeiste Wärmepumpen sind in zwei verschiedenen Installationsvarianten verfügbar: Eine Variante sind die Monoblock-Geräte. Bei diesen Geräten befinden sich sämtliche Komponenten, selbst der Kältemittelkreislauf, im Außengerät. In das Gebäude führen nur Wasserleitungen. Eine zweite Variante sind die Split-Systeme. Bei diesen Systemen ist das Außengerät über einen Kältemittelkreislauf mit einer im Gebäudeinneren installierten Inneneinheit verbunden. Bei Monoblock-Systemen gestalten sich Installation und Instandhaltung einfacher, Split-Systeme wiederum bieten größere Planungsfreiheit bei der Platzierung von Innengeräten.
Für alle Varianten gilt, dass eine regelmäßige Instandhaltung, mit Reinigung der Filter und Überprüfung der Kältemittel-Füllstände, eine entscheidende Voraussetzung für das Aufrechterhalten von Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit auf lange Sicht ist.
Erdwärmepumpen
Erdwärmepumpen, auch als Geothermiewärmepumpen bezeichnet, entziehen dem Erdreich Wärmeenergie. In Europa weist das Erdreich das ganze Jahr über relativ gleichbleibende Temperaturen von in etwa 8 bis 12 °C auf. Aufgrund dieser nahezu konstanten Temperaturen erreichen diese Geräte eine hohe und gleichbleibende Energieeffizienz mit SCOP-Werten von meist über 4,0. Daraus ergeben sich auf lange Sicht niedrigere Betriebskosten im Vergleich zu luftgespeisten Systemen.
Es gibt zwei Hauptvarianten der Installation. Bei einer Variante werden über eine größere Fläche im Freien hinweg horizontal und in einer Tiefe von in etwa einem Meter Erdwärmetauscher verlegt. Das ist eine kostengünstige Variante, vorausgesetzt, die Grundstücksfläche ist groß genug. Bei der zweiten Variante werden recht tiefe Bohrlöcher in das Erdreich eingebracht. Diese Variante benötigt weniger Fläche im Freien, ist jedoch mit recht komplexen und teuren Erdarbeiten verbunden. Beide Varianten liefern zuverlässig Wärmeenergie, auch mitten im Winter. Bei beiden Konfigurationen handelt es sich um Systeme mit geschlossenem Kreislauf. Ein Fluid zirkuliert in einem in sich geschlossenen Kreislauf durch das Erdreich und wieder zurück zur Wärmepumpe. In bestimmten Fällen, bei Verfügbarkeit von Grundwasser, kann das System stattdessen als offener Kreislauf ausgeführt werden. Bei diesem System wird einem Grundwasserleiter unmittelbar Wasser entnommen. Nach dem Extrahieren von Wärmeenergie aus dem Wasser wird das Wasser wieder zurückgeführt. Aus Gründen des Umweltschutzes sind jedoch für diese Form der Realisierung Genehmigungen von den zuständigen Behörden einzuholen.
Erdwärmepumpen mit ihren niedrigen Vorlauftemperaturen eignen sich besonders gut für ein Kombinieren mit Fußbodenheizungen. Diese Systeme eignen sich hervorragend für Neubauten und für Grundstücke mit ausreichend großen Außenflächen. Die Innenkomponenten erreichen bei sachgemäßer, regelmäßiger Instandhaltung eine Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahren. Auch das trägt zum langfristigen Nutzeffekt dieser Systeme bei.
Gewässergespeiste Wärmepumpen
Gewässergespeiste Wärmepumpen entziehen Gewässern wie einem See, einem Fluss oder einem unterirdischen Grundwasserleiter Wärmeenergie. Derartige Gewässer weisen über alle Jahreszeiten hinweg relativ gleichbleibende Temperaturen auf. Diese Systeme erzielen Energieeffizienzwerte ähnlich wie erdwärmegespeiste Systeme.
In der Praxis finden sich derartige Systeme eher selten im Wohnbereich. Das liegt daran, dass diese Systeme Zugang zu einem geeigneten Gewässer benötigen. Zudem unterliegen diese Systeme Gesetzen und Bestimmungen zum Umweltschutz und erfordern Genehmigungen, z. B. zur Wasserentnahme, und Umweltverträglichkeitsgutachten. Wo es die Gegebenheiten zulassen, weisen diese Systeme ein hervorragendes Betriebsverhalten bei Raumheizen und Warmwasserbereitung auf. Im Zusammenhang mit Wohnhäusern ergibt sich aus den behördlichen Vorschriften und den Ansprüchen an die Logistik in den meisten Fällen, dass luft- oder erdwärmegespeiste Systeme der praktikablere Ansatz sind.
Hybrid-Wärmepumpensysteme
Hybridsysteme sind eine Kombination aus Wärmepumpe und bereits vorhandenem Öl- oder Gas-Brennwertkessel. Zwischen diesen beiden Energiequellen wird in Abhängigkeit von Außentemperaturen und Energietarifen umgeschaltet. Über den größten Teil der Heizsaison hinweg wird die Heizlast von der Wärmepumpe bewältigt. Der Kessel wird nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen oder zu Zeiten mit Bedarfsspitzen betrieben.
Diese Konfiguration eignet sich besonders für ältere Bestandsgebäude, bei denen ein Betrieb nur mit Elektrizität zurzeit nicht praktikabel ist oder wenn eine stufenweise Modernisierung der Wärmedämmung des Gebäudes geplant ist. Mit einem solchen System können Wohngebäudeeigentümer den Verbrauch fossiler Brennstoffe nach und nach herunterfahren, ohne zuvor eine umfangreiche Sanierung des Gebäudes vornehmen zu müssen. Fast alle Installateure orientieren heutzutage auf ausschließlich mit Elektroenergie betriebene Wärmepumpensysteme und sehen Hybridsysteme eher als Übergangslösung an und nicht als dauerhafte Lösung.
Gegenüberstellung der Effizienzen der verschiedenen Typen von Wärmepumpen
Typ des Systems | Typischer SCOP-Wert | Energieverbrauchskennzeichnungen | Max. Vorlauftemp. | Am besten geeignet für |
Luft-Wasser (Niedertemp.) z. B. DAIKIN Altherma 3 R/H | 3,5–4,5 | A++ / A+++ | 65 °C | Neubauten, Häuser mit guter Wärmedämmung, Fußbodenheizung |
Luft-Wasser (Hochtemp.) z. B. DAIKIN Altherma 3 H HT / Altherma 4 H | 3,0–4,0 | A+ / A++ | 70–75 °C | Austausch von Kesseln, vorhandene Heizkörper, Sanierungen |
Hybrid-Wärmepumpe z. B. DAIKIN Altherma Hybrid H | 3,0–3,5 | A+ / A++ | Automatisches Umschalten | Schrittweise Ablösung von Gas-Brennwertkesseln, Umschaltung auf Gas, wenn Gas günstiger ist |
Erdwärme (Geothermie) z. B. DAIKIN Altherma GEO | 4,0–5,0+ | A++ / A+++ | 65 °C | Neubauten, Sanierungen, ganzjährig beständige Effizienz in allen Klimaregionen |
Die Energieeffizienz von Wärmepumpensystemen wird als „Saisonale Leistungszahl im Heizbetrieb“ (SCOP, Seasonal Coefficient of Performance) angegeben.
- Luftgespeiste Wärmepumpen erreichen unter in Europa üblichen jahreszeitabhängigen Bedingungen SCOP-Werte von typischerweise 3 bis 4. Bei extremen Kälteeinbrüchen wird das Betriebsverhalten etwas schlechter, erholt sich aber bei wieder ansteigenden Temperaturen.
- Erdwärmegespeiste und gewässergespeiste Systeme erreichen beständig SCOP-Werte von 4. Das verdeutlicht den Vorteil einer gleichmäßigen Wärmequelle, die nicht mit dem Wetter schwankt.
Die tatsächlich erreichte Energieeffizienz ist zudem von der Auslegung des Systems, der fachgerechten Installation und der Wärmeverteilung im Haus abhängig. Eine sachgerecht ausgelegte luftgespeiste Wärmepumpe in Kombination mit Fußbodenheizungen kann auch im Winter SCOP-Werte von 3,2 bis 3,5 aufrechterhalten. Anhand dieser Zahlen können Sie sich realistische Vorstellungen machen und Systeme anhand objektiver Größen miteinander vergleichen.
Einflüsse von Heizkörpern und Fußbodenheizungen auf das Betriebsverhalten von Wärmepumpen
Das Wärmeverteilersystem in Ihrem Zuhause ist genauso wichtig wie die Wärmepumpe selbst. Fußbodenheizungen werden mit niedrigen Vorlauftemperaturen von typischerweise 35–45 °C betrieben. Das ist genau der Temperaturbereich, bei dem Wärmepumpen die beste Energieeffizienz erzielen. Eine Kombination aus luftgespeister Wärmepumpe und Fußbodenheizung ist eines der Wohnbereich-Heizsysteme mit der höchsten Energieeffizienz.
Auch Heizkörper können gut mit Wärmepumpen kombiniert werden. Diese Heizkörper müssen jedoch grundsätzlich größer sein als mit einem Gas-Brennwertkessel kombinierte Heizkörper, damit bei den niedrigeren Vorlauftemperaturen dieselbe Wirkung erzielt werden kann. Bei Nachrüstungen müssen daher in den meisten Fällen die vorhandenen Heizkörper ausgetauscht oder ergänzt werden. Hochtemperatur-Wärmepumpen erzeugen höhere Vorlauftemperaturen, dies jedoch zum Preis einer etwas niedrigeren Energieeffizienz. Allerdings können notwendige Nach- und Umrüstungen weniger umfangreich ausfallen. Die Entscheidung für Heizwärmetauscher hat einen unmittelbaren und messbaren Einfluss auf die jährlichen Betriebskosten.
Was sind Wärmeverluste in einem Wohngebäude
Wärmeverlust ist ein Maß dafür, wie viel Wärme ein Gebäude an die Außenwelt verliert. Dieser Wärmeverlust ist die absolut wichtigste Variable beim Ermitteln der erforderlichen Leistungsklasse der Wärmepumpe. Der Wärmeverlust wird durch die Güte der Wärmedämmung, die Verglasung der Fenster, der baulichen Ausführung von Dach und Wänden und der Luftdichtheit des Gebäudes insgesamt beeinflusst. Ausführliche Erläuterungen dazu, wie diese Faktoren die Eignung einer Wärmepumpe bestimmen, finden Sie im DAIKIN Leitfaden zur Eignung von Wärmepumpen.
Bei einem schlecht wärmegedämmten Gebäude muss die Wärmepumpe schwerer arbeiten. Das senkt die Effizienz und erhöht die Betriebskosten. Durch eine Verbesserung der Wärmedämmung und den Einbau einer modernen Verglasung können die Wärmeverluste um bis zu 40 % reduziert werden. Dadurch wiederum kann ein kleineres, kostengünstigeres System installiert werden. Eine genaue Berechnung der Wärmeverluste durch eine qualifizierte Fachkraft stellt das Fundament einer sachgerecht ausgelegten Installation dar. Eine Entscheidung für eine Wärmepumpe, ohne zuvor diesen Schritt ausgeführt zu haben, ist einer der häufigsten – und teuersten – von Wohngebäudeeigentümern begangenen Fehler.
Nicht jedes Wohngebäude ist gleichsam für eine Wärmepumpe geeignet. Bei Gebäuden mit sehr hohen Wärmeverlusten, typischerweise ältere Bestandsgebäude mit Massivmauern, Einfachverglasung und Dachböden ohne Wärmedämmung, sind erst beachtliche Modernisierungsmaßnahmen vorzunehmen, bevor eine Wärmepumpe effizient betrieben werden kann. Häuser ohne für das Außengerät einer luftgespeisten Wärmepumpe ausreichenden Platz im Freien, ohne Zugang zu einer Grundstücksfläche oder zu einem Gewässer für ein erdwärmegespeistes bzw. gewässergespeistes System sehen sich mit zusätzlichen Einschränkungen konfrontiert. Eine professionelle Begutachtung benennt, was vor einer Installation, falls überhaupt, geändert werden muss.
So wählen Sie die richtige Wärmepumpe aus
Damit Sie sich für die richtige Wärmepumpe entscheiden können, müssen Sie Ihr Zuhause als ganzheitliches Energiesystem betrachten. Das Auswählen einer Wärmepumpe aus isolierter Sicht führt gewiss nicht zum Erfolg. Durch ein strukturiertes Herangehen an diese Entscheidung können die häufigsten Stolperfallen vermieden werden. Zudem ist sichergestellt, dass das System über seine gesamte Nutzungsdauer hinweg ein gutes Betriebsverhalten zeigt. Als Anhaltspunkte sollten Sie vor dem Gespräch mit einem Installateur die folgenden Punkte überdenken:
- Welche Wärmequellen stehen zur Verfügung? Luftgespeiste Systeme sind für nahezu alle Wohngebäude geeignet. Erdwärmegespeiste Systeme benötigen eine entsprechende Grundstücksfläche. Gewässergespeiste Systeme sind nur in der Nähe eines geeigneten Gewässers realisierbar. Schon die Antwort auf diese Frage schränkt die Möglichkeiten unmittelbar ein.
- Wie sieht die Wärmeverteilung aus? Fußbodenheizungen sind schon von Natur aus mit Niedertemperatur-Wärmepumpen kompatibel. Heizkörper müssen gegebenenfalls ausgebaut oder ausgetauscht werden. Das ist vom Typ der Wärmepumpe abhängig, für die Sie sich entscheiden.
- Wie gut ist die Wärmedämmung meines Hauses? Anhand einer professionellen Wärmeverlustberechnung erfahren Sie, welche Leistungsklasse das System haben muss. Diese Größe ist die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen bei der Bemessung und wirkt sich auf die langfristigen Betriebskosten aus.
Für die meisten Wohngebäude ist eine luftgespeiste Wärmepumpe der beste Ansatzpunkt. Wenn es Grundstücksgröße und Budget zulassen, kann ein erdwärmegespeistes System mit seiner zu jeder Jahreszeit besonders hohen Energieeffizienz in Betracht gezogen werden. Der beste Typ ist immer der Typ, der am besten zu den konkreten Gegebenheiten des Wohngebäudes passt.
Neben diesen drei Fragen sollten Sie auch das Budget über die gesamte Lebensdauer des Systems hinweg betrachten, nicht nur die Vorlaufkosten. Ein System, das gar nicht zum Wohngebäude passt, ist möglicherweise billiger in der Anschaffung, jedoch erheblich teurer im Betrieb.
Installation: technische Faktoren und die Rolle des Installateurs
Technische Faktoren einer Installation
Die fachgerechte Installation einer Wärmepumpe wirkt sich unmittelbar und dauerhaft auf das Betriebsverhalten des Systems aus. Die Platzierung des Außengeräts beeinflusst Luftstrom, Effizienz und Schallpegel. Daher sollte der Aufstellort wohldurchdacht gewählt werden. Das Außengerät muss frei von Hindernissen sein, darf aber auch nicht die Nachbarn belästigen. Innengeräte müssen korrekt mit bereits vorhandenen Rohrleitungen und mit dem Wärmeverteilungssystem integriert werden. Die Verlegung von Rohrleitungen, Elektroanschlüsse und Kondensatableitung sind allesamt sorgfältig zu realisierende Punkte, damit die Energieeffizienz aufrechterhalten bleibt. Die Inbetriebnahme, der abschließende Vorgang der Kontrolle von Kältemittel-Füllständen, Regelungs- und Bedienelementen und Betriebsverhalten ist nicht einfach nur eine Formalität: Die Inbetriebnahme überprüft, ob das System auch das tut, für das es ausgelegt wurde.
Die Entscheidung für einen geeigneten Installateur
Genauso von Bedeutung wie die Wärmepumpe selbst ist ein erfahrener, zertifizierter Installateur. Eine qualifizierte Fachkraft begutachtet Ihre Wohnimmobilie, führt die Wärmeverlustberechnung aus, gibt Ihnen Empfehlungen zum am besten geeigneten Typ des Systems und übernimmt die Verantwortung für eine fachgerechte Installation. Installateure müssen im Umgang mit Kältemitteln, bezüglich Sicherheit von Elektroinstallationen und im hydraulischen Abgleich geschult sein. Bei einem sachgerecht installierten System sind Störfälle eher die Ausnahmen. Zudem fallen die Instandhaltungskosten niedriger aus, und Ihre Investition ist auf lange Zeit geschützt. Seriöse Installateure leisten zudem beständigen Support und können Sie zur Modernisierung von Systemen entsprechend dem technischen Fortschritt beraten.
Betriebskosten und langfristiger Nutzen
Wärmepumpen benötigen typischerweise weniger Elektroenergie als Elektroheizungen. Das liegt daran, dass Wärmepumpen keine Wärmeenergie erzeugen, sondern Wärmeenergie lediglich transportieren. Daher wird dieselbe Wärmemenge mit deutlich niedrigerem Energieaufwand bereitgestellt. Luftgespeiste Wärmepumpen erreichen eine Leistungszahl im Heizbetrieb (Coefficient of Performance, COP) von in etwa 3,5 bis 4. Diese Zahl besagt, dass die Wärmepumpe dreieinhalb bis viermal so viel Wärmenergie bereitstellt als sie an Elektroenergie verbraucht. Die tatsächlichen Betriebskosten sind von mehreren Faktoren abhängig: von der Energieeffizienz des Systems, vom Wärmeverlust des Gebäudes, von der für das Verteilersystem erforderlichen Vorlauftemperatur und von den Stromtarifen. Bei Wohngebäuden mit guter Wärmedämmung und mit einer Niedertemperatur-Wärmeverteilung fallen die Nutzeffekte aufgrund niedrigerer Energiekosten besonders hoch aus. Auch sollten sie sich über breiter angelegte Energiesparstrategien als Ergänzung zum Wärmepumpensystem informieren.
Die Vorlaufkosten für eine Wärmepumpe hängen vom Umfang und den spezifischen lokalen Gegebenheiten ab und liegen üblicherweise in einer Größenordnung von 9.200 €–20.800 €. Diese Kosten können im Vergleich zum Einbau eines neuen Brennwertkessels ziemlich hoch erscheinen. Über die gesamte Lebensdauer des Systems hinweg betrachtet werden diese höheren Investitionskosten zu einem großen Teil durch den deutlich niedrigeren Energieverbrauch ausgeglichen. Die Komponenten der Inneninstallation sind auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Infrastrukturkomponenten für erdwärmegespeiste Systeme weisen eine besonders lange Nutzungsdauer auf. Wenn dann noch staatliche Fördermittel, Energieeinsparungen und Maßnahmen zur vorbeugenden Instandhaltung im Zusammenhang betrachtet werden, ergibt sich, dass Wärmepumpen eine langfristige Investition darstellen, sowohl in Wohnkomfort als auch in postfossiles Heizen.
Nachrüstung für ein zukunftssicheres Zuhause
Ältere Gebäude bringen ganz spezielle Herausforderungen mit sich: höhere Wärmeverluste, bereits vorhandene Heizkörpersysteme und weniger luftdichte Bauausführungen. Alle diese Faktoren wirken sich auf das Betriebsverhalten einer Wärmepumpe aus. Ein Nachrüstprojekt erfordert eine realistische Einschätzung darüber, welche Verbesserungen zusätzlich zur Installation selbst erforderlich sind. Solche Verbesserungen können das Ausstatten des Dachbodens mit einer Wärmedämmung, das Einbauen einer modernen Verglasung oder der Austausch von Heizkörpern sein. Bei Wohngebäuden, bei denen der Umstieg auf ein nur mit Elektrizität betriebenes System zurzeit nicht praktikabel ist, können Hybridsysteme eine nützliche Übergangslösung darstellen.
Moderne Wärmepumpen eignen sich zudem auch hervorragend für Neubauten und für kürzlich modernisierte Wohngebäude. Bei derartigen Gebäuden werden Wärmepumpen meist mit Fußbodenheizungen, intelligenten Regelungssystemen und Vor-Ort-Solarsystemen kombiniert. Derartige Kombinationen realisieren beständige, gleichmäßige Raumtemperaturen und verringern zudem die Abhängigkeit vom Stromnetz. Auch die Technologie der Kältemittel entwickelt sich ständig weiter. Branchenweit werden früher weit verbreitete Kältemittel nach und nach von neueren Kältemitteln mit niedrigem GWP (Global Warming Potential, Treibhauspotenzial) abgelöst. Das verbessert die Ökobilanz der Systeme selbst enorm. Die Gebäude in Europa werden schrittweise auf postfossiles Heizen umgestellt. Daher werden Wärmepumpen als zukunftssichere Wahl angesehen: Wärmepumpen passen zum laufenden Trend des Umstiegs auf Elektroenergie und sind mit den immer strengeren Vorgaben zur Energieeffizienz verträglich.
Häufige, aber vermeidbare Fehler
Indem Sie die Grenzen von Wärmepumpen und die üblichen Fallstricke im Zusammenhang mit Wärmepumpen kennen, können Sie kostspielige Fehler vermeiden. Die größten Nachteile ergeben sich offensichtlich aufgrund falsch ausgelegter oder nicht sachgerecht installierter Systeme. Diese Fehler sind:
- Ein zu groß oder zu klein bemessenes System: Eine zu groß bemessene Wärmepumpe schaltet sehr oft ein und aus. Das ist ineffizient. Ein zu klein bemessenes System hingegen kann im Winter den Wärmebedarf nicht bewältigen. Dieser Fehler kann nur durch eine exakte Wärmeverlustrechnung vermieden werden.
- Ignorieren der Kompatibilität mit dem Wärmeverteilungssystem: Eine Kombination aus einer Niedertemperatur-Wärmepumpe und zu klein bemessenen Heizkörpern ergibt eine niedrigere Effizienz und einen nicht zufriedenstellenden Wohnkomfort. Die Auslegung des Heizsystems muss als großes Ganzes vorgenommen werden.
- Nur die Investitionskosten im Blick: Ein niedrigerer Beschaffungspreis kann sich in einem falsch bemessenen System und dadurch in hohen Betriebskosten niederschlagen. Die Gesamtbetriebskosten sind deutlich wichtiger als der Preis des ersten Angebots.
- Unterschätzung der Komplexität der Installation: Bei Beauftragung eines nicht zertifizierten oder unerfahrenen Installateurs besteht die Gefahr einer unsachgemäßen Inbetriebnahme, des frühzeitigen Auftretens von Störungen und von teuren Nacharbeiten.
Verzicht auf eine Wärmeverlustberechnung: Die Wärmeverlustberechnung ist das Fundament des gesamten Auslegungsprozesses. Ohne diese Berechnung ist keine im Rahmen der Auslegung getroffene Entscheidung verlässlich.
Fazit und Erkenntnisse
Die am besten geeignete Wärmepumpe ist nicht einfach das Modell mit der höchsten Energieeffizienz auf dem Markt: Es ist das System, das am besten die Wärmeverluste Ihres Wohngebäudes bewältigt und zur verfügbaren Wärmequelle und zur vorhandenen Wärmeverteilung passt. Luftgespeiste Systeme eignen sich für nahezu jedes Wohngebäude. Erdwärmegespeiste und gewässergespeiste Systeme, falls realisierbar, weisen eine höhere Energieeffizienz auf. Das Betriebsverhalten über lange Zeit hinweg wird durch eine korrekte Bemessung, eine fachgerechte Installation und eine realistische Begutachtung des Wohngebäudes entschieden, nicht durch die Marke und durch all die Zahlen im ersten Angebot. Wenden Sie sich an einen zertifizierten Installateur und lassen Sie das Wohngebäude begutachten. Der Installateur wird Sie bei der Ermittlung des für Ihr Gebäude am besten geeigneten Wärmepumpensystems unterstützten.
- Wärmepumpen stellen eine ganze Reihe von Technologien dar, nicht ein einzelnes Produkt: luftgespeiste, erdwärmegespeiste und gewässergespeiste Systeme eignen sich für jeweils unterschiedliche Gebäudetypen und Gegebenheiten.
- Luftgespeiste Wärmepumpen sind die häufigste Wahl für Wohngebäude. Diese Systeme bieten Planungsfreiheit, sind einfach zu installieren und eignen sich für nahezu alle Wohngebäude in Städten und Vorstädten.
- Die Energieeffizienz ist von Wärmequelle, Systemauslegung und Wärmeverteilung abhängig: Erdwärmegespeiste und gewässergespeiste Systeme erzielen besonders hohe SCOP-Werte. Jedoch weisen auch luftgespeiste System bei korrekter Bemessung und Installation ein hervorragendes Betriebsverhalten auf.
- Der erste, alles entscheidende Schritt ist die Wärmeverlustberechnung: Anhand dieses Schritts wird die erforderliche Leistungsklasse des Systems ermittelt, und es werden später enorm teure Fehler bei der Auslegung vermieden.
- Eine fachgerechte Installation ist genauso wichtig wie die Wärmepumpe selbst: Eine korrekte Inbetriebnahme, ein korrekter hydraulischer Abgleich und ein beständiger Support durch Ihren Installateur sind die Dinge, die sicherstellen, dass sich Ihr System auch wie bei der Auslegung vorgesehen verhält.
Wenden Sie sich an einen zertifizierten Installateur und lassen Sie das Wohngebäude begutachten. Der Installateur wird Sie bei der Ermittlung des für Ihr Gebäude am besten geeigneten Wärmepumpensystems unterstützten.