Bündnis „Komm!“ – Die Klimabranche stellt sich dem Fachkräftemangel

Der Beginn des neuen Ausbildungsjahres steht unmittelbar bevor, doch viele Ausbildungsplätze bleiben auch in diesem Jahr unbesetzt. Der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel, der die Wirtschaft das ganze Jahr beschäftigt, wird dieser Tage besonders sichtbar und viel diskutiert. Neben Verbänden engagieren sich auch Unternehmensnetzwerke für den Nachwuchs, das zeigt beispielsweise das Bündnis „Komm!“ von Daikin, einem der weltweit führenden Hersteller von Klima-, Lüftungs- und Wärmepumpentechnik mit Sitz in Unterhaching/München. „Komm!“ vernetzt Betriebe und schafft Anreize, das Problem aktiv anzupacken. Eine Initiative, die als Vorbild für andere Branchen dienen soll.

 

Verschiedene Studien beschäftigen sich mit dem Fachkräftemangel, prognostizieren seine Intensität und seine Wahrscheinlichkeit für einzelne Berufsfelder. Dabei sagt das Forschungsinstitut Prognos besonders für Ausbildungsberufe bis 2030 einen Mangel von ca. 3 Millionen Fachkräften voraus. Hauptgrund hierfür ist, dass geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen und nicht genug Nachwuchskräfte nachrücken. Die KOFA-Studie 4/2017 zeigt, dass die Kältetechnik die am stärksten betroffene Branche ist, was Engpässe bei Fachkräften angeht. So kommen gerade einmal 21 passend qualifizierte Arbeitslose auf 100 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Stellen. Ähnlich problematisch ist die Lage im Bereich Altenpflege und Mechatronik, während die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Branche mit 35 Fachkräften auf 100 Stellen geringfügig besser dasteht.

Gemeinsames Engagement für eine zukunftsfähige Branche
Das 2013 von Daikin initiierte Bündnis ist ein einzigartiger Schulterschluss aus Industrie und Handwerk in ganz Deutschland. Alle teilnehmenden Betriebe sind Ausbildungsfirmen bei der IHK/HWK und geben ein eigens für das Bündnis definiertes Arbeitgeberversprechen ab, mit dem sie ein umfangreiches Personalentwicklungsprogramm garantieren. Dem Bündnis geht es darum, Berufe in der Kälte- und Klimabranche bekannter zu machen sowie Geschäftsführer und bestehende Mitarbeiter zu schulen, zu motivieren, weiterzubilden und untereinander zu vernetzen. Alexander Horn, Geschäftsführer der Horn Klima- und Kältetechnik GmbH und Gründungsmitglied von „Komm!“, sieht den Vorteil ganz klar in der Vernetzung: „Die Kommunikation mit den Kollegen hat sich durch das Bündnis immens verbessert. Wir tauschen uns über unsere Strategien hinsichtlich der Personalsituation aus. Dadurch hat unser Personalmarketing sich stark verändert und wir konnten sehr engagierte Auszubildende auf uns aufmerksam machen.“

Blick über den Tellerrand für neue Lösungen
Mit „Komm!“ schafft Daikin ein kollegiales Umfeld für Austausch sowie halbjährlich professionelle Workshops für Unternehmer und Mitarbeiter und fördert so die reelle Personalentwicklung im Unternehmen. Die Mitarbeiter der teilnehmenden Betriebe haben im Anschluss an die Workshops die Möglichkeit, sich mit den unterschiedlichen Themen in Schulungen intensiv auseinanderzusetzen. Aus dieser Zusammenarbeit entstehen Ideen, Anreize – wie Weiterbildungsmaßnahmen und einheitliche Gehälter – für Bewerber zu schaffen, und neue Möglichkeiten der Azubi- und Fachkräftesuche für die ganze Branche: Bewerber Speed-Datings, Auftritte auf Messen sowie Kooperationen mit Schulen, um ein positives Image für die Kälte- und Klimabranche zu schaffen. So macht der Betrieb sich einen Namen als guter Arbeitgeber, gewinnt Personal und wirbt gleichzeitig für seine Branche. „Befürchtungen, dass Hersteller und Handwerksbetriebe sich gegenseitig Mitarbeiter abwerben, sind wenig zielführend. Durch das Bündnis entsteht kein zusätzlicher Konkurrenzkampf, sondern es werden gemeinsam zusätzliche Mitarbeiter gewonnen“, ist Bernhard Schöner, Marketingleiter von Daikin Airconditioning Germany, überzeugt.
Das Bündnis „Komm!“ ist für alle interessierten Fachbetriebe geöffnet. Informationen finden Sie auf http://www.meinzukunftsberuf.com/.