So vielfältig wie die Gästeschar Klimatechnik in Hotels muss individuelle Gästewünsche berücksichtigen
Die Markenkonzentration in der Hotel-Branche nimmt zu, Budgethotellerie gewinnt an Boden. Das beschert nicht nur mittelständischen Hoteliers den wachsenden Druck, sich klarer zu positionieren und Sparpotenziale, wie etwa beim Energieverbrauch, gezielt aufzuspüren.
Auch der Reisende erwartet heute maximalen Komfort. Viele der von ihm verlangten Wohlfühlfaktoren lassen sich mit innovativer Klimatisierung auf die Beine stellen. Andererseits kann Klimatechnik die Verbrauchskosten immens reduzieren, um bis zu
64 %. Weil smarte Klimalösungen im Hotel heute immer auch Heizlösungen sind, mit denen selbst baulich komplexe Anlagen optimal monovalent, also mit einem einzigen Heizsystem, beheizt werden können: effizient und umweltfreundlich, komfortabel und sparsam im Betrieb, basierend auf Klimatechnologien wie zum Beispiel Wärmerückgewinnung.
Maximalen Komfort – bei maximaler Energieeffizienz
Nicht mehr und nicht weniger verlangen Hotelbetreiber heute von modernen Klimaanlagen. Die Antwort darauf ist nicht eine einzige Spitzentechnik, sondern das ideale Zusammenspiel von durchdachter Planung und Techniken, die alle Energieaspekte überspannen: von der Nachtstromversorgung über das Licht in der Hotelgarage bis hin zur Raumklimatechnik. Aus ihrer Verknüpfung erwächst wirtschaftlich nachhaltiges Energiemanagement, das folgende Klimatisierungskomponenten berücksichtigen sollte: smarte Wärmeverschiebung, belegungsabhängige Temperaturregelung und ein optimales Spitzenlastenmanagement. Die intelligente Wärmeverschiebung macht heute in fast jedem gewerblichen Gebäude Sinn. Sie ist die bedarfsgerechte, wechselseitige Kühlung und Heizung – also eine Wärmeverschiebung und -rückgewinnung bei gleichzeitiger Klimatisierung.
Hoher Wirkungsgrad
Dass Klimaanlagen heute über Wärmepumpen verfügen, ist mittlerweile Standard. Fortschrittliche Wärmeverschiebungssysteme gehen einen Schritt weiter. Vereinfacht gesagt transportieren sie Wärme- und Kühlenergie exakt dorthin, wo sie de facto benötigt wird. Solche Systeme punkten mit ökologisch überlegenem Wirkungsgrad und Energieeinsparungen in hohen zweistelligen Prozentbereichen. Und sie können bestens monovalent heizen. Ein Beispiel dieser Technikprinzipien ist die VRV3 Energy-Rec von Daikin. Sie kann Energieaufwand, Investitions- und Betriebskosten minimieren. Hohes Sparpotenzial bietet auch die belegungsabhängige Temperaturregelung. Unbelegte Zimmer werden mit der notwendigen Grundklimatisierung bei Minimalverbrauch versorgt, winters wie sommers. Die dadurch erzielbaren Energieverbrauchs-Einsparungen sind erheblich, auch ist das schnelle und unkomplizierte Nachrüsten gewährleistet.
Das 2007/2008 neu gestaltete Traditionshotel Hotel Berlin, Berlin, das zur ersten Liga der deutschen Tagungs- und Veranstaltungsszene gehört, hat sich für die VRV-Technologie von Daikin entschieden. „Wir wollten mit dem neuen Klimasystem nicht nur den Komfortwünschen unserer Gäste gerecht werden, sondern auch eine energieeffiziente Lösung installieren, die den CO2-Ausstoß reduziert. Das VRV3 Energy-Rec System von Daikin hat sich dabei bestens bewährt“, erklärt Cornelia Kausch
Managing Director Hotel Berlin, Berlin. Nun kann das Klima der Hotelräume automatisch und individuell geregelt werden. Das bedeutet für das mit 250.000 Gästen pro Jahr fünftgrößte Hotel Deutschlands ein umweltschonendes Energiemanagement mit minimierten Betriebskosten.
Das Hotel verfügt über 700 Zimmer und zahlreiche Veranstaltungsräume mit unterschiedlicher Auslastung. Der hohe Anspruch des Hotels und die Erwartungen der Gäste an den Komfort erhöhen die Energie- und Betriebskosten. Die ideale Lösung muss belegte Räume beheizen bzw. kühlen, in ungenutzten Räumen ist die optimale Balance von notwendiger Grund-Klimatisierung und möglichst geringem Energiebedarf entscheidend. Die Herausforderungen waren: Ein extrem schneller Umbau, kompakte Geräte und Rohrleitungen sowie hohe Leistungswerte.
Insgesamt wurden 210 Zimmer etagenweise nach einem festen Plan mit der Daikin VRV-Technologie ausgestattet. Beim simultanen Kühlen und Heizen mit Wärmerückgewinnung wird die Wärme den zu kühlenden Hotelbereichen entzogen und den zu beheizenden Bereichen bedarfsgerecht zugeführt. Die klassische Heizung ist in den Hotelzimmern abgeschaltet, da mit der Wärmeverschiebung der VRV-Technik geheizt und gekühlt wird.
Auch der Konferenzbereich sowie der Wellness- und Saunabereich wurde mit einer VRV3 Energy-Rec ausgestattet. Zwischen dem Fitnessbereich (22°C Kühlen) und der Sauna (30°C Heizen) findet eine Wärmverschiebung statt.
Der Schlüssel zum optimalen Energiemanagement: Die Steuerung der VRV-Anlage ist an die Hotel-Software Fidelio gekoppelt. Im Winter werden nicht belegte Zimmer auf energieoptimierte 15°C geheizt. Im Sommer kühlt das System sie lediglich bis auf 26°C. Erst beim Einchecken des Gastes via Fidelio wird die Anlage automatisch auf einen Sollwert von 22°C gefahren. Bis zum Betreten des Zimmers ist der programmierte Wert bereits erreicht. Durch die optimale Energieausnutzung minimieren sich die Betriebskosten für das Hotel Berlin, Berlin und die Umwelt wird geschont.
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... und kein Bett bleibt leer.
Interview mit Michael Hübner, Hotel Berlin, Berlin. Der technische Leiter des fünft-
größten Hotels Deutschlands spricht über raffiniertes Timing und Wirtschaftlichkeit
im Rahmen einer Teilklimatisierung bei laufendem Betrieb.
Herr Hübner, Sie hatten bei der Klimatisierung Maßgaben zu erfüllen, die sich nach logistischer Meisterleistung anhören: ungestörter Hotelbetrieb, reibungslose Zusammenarbeit aller Handwerker, etagenweiser Umbau von 210 Zimmern im 10-Tage-Takt ...
Ja, das könnte man so sagen. Bevor die Installateure überhaupt den ersten Kanal verlegen konnten, musste eine weit reichende Planung stattfinden, vor allem war ein fast minutiöser Zeitplan vonnöten, wann genau welche Etage fertig zu sein hatte.
Es gab einen Stichtag für die Fertigstellung?
Unser Fahrplan orientierte sich an der ITB Berlin im März. Die Finalisierung war für den ersten Tag des Megaevents festgeschrieben, weil wir aufgrund unserer Auslastungsstatistiken genau prognostizieren konnten, dass sich die Wochen vor der Messe von den Belegungszahlen her ideal für Umbaumaßnahmen eignen würden.
Warum war dieser Zeitraum optimal und wie viele Wochen waren insgesamt für die 210 Zimmerveranschlagt?
Wir hatten rund zehn Wochen kalkuliert, lagen mit Fortschreiten der Klimatisierung und der daraus resultierenden Routiniertheit pro Etage aber sogar unter den vorgesehenen 10 Tagen pro Etage mit je 30 Zimmern. Wirtschaftlich gesehen hat dieses Zeitfenster absolut Sinn gemacht, da wir für die Zeit vor der ITB die geringsten Buchungsverluste vorhersehen konnten.
Wie hat die Klimatisierung im Detail ausgesehen?
Man muss sich das so vorstellen: An acht Tagen wurde die Klimatechnik installiert, dann folgten zwei Tage Pause. Pro Woche waren während der Installation also nur 30 der insgesamt 700 Zimmer nicht verfügbar. So ein Vorgehen birgt enorme wirtschaftliche Vorteile gegenüber der Klimatisierung auf einen Schlag, wir haben auf diese Weise so etwas wie ein Idealszenario für die Geschäftsleitung geschaffen. Andererseits waren das für den Klimabauer CLIMATECH Berlin GmbH straffe Vorgaben, immerhin musste er neben der eigentlichen Klimatechnik auch alle Gewerke wie Elektriker, Maler und Trockenbauer koordinieren.
Ihre Gäste wurden vom Umbau nicht tangiert?
Wenn überhaupt, dann gab es ganz wenig Lärm, da wir den Umbau ja immer auf eine Etage eingegrenzt hatten. Diese Abschottung der Bauabschnitte war entscheidend, weil wir auf diese Weise gewährleisten konnten, dass der Gästekomfort nicht litt. So gesehen hatten wir mit der etagenweisen Klimatisierung die Ideallösung mit minimalen Belegungsverlusten gefunden. Und die Gäste haben vom Einbau der Geräte und der Verrohrung so gut wie nichts gespürt.

